Studie: Safran erhöht die körpereigene Melatoninproduktion

19. Januar 2024

Eine Nahrungsergänzung mit Safran kann die Schlafqualität und die Schlafdauer deutlich verbessern und dazu beitragen, einen positiven Gemütszustand zu erhalten. Eine kürzlich durchgeführte Tierstudie gibt Aufschluss darüber, wie Safran zu einem gesunden Schlaf beitragen kann. Ratten, denen Safran über das Trinkwasser verabreicht wurde, zeigten einen deutlichen Anstieg der Melatoninkonzentration im Blut. 

Tryptophan, Melatonin und Kynurenin

Melatonin ist ein Hormon, das unter anderem für die Regulierung des Schlaf-Wach-Rhythmus wichtig ist. Die Melatoninproduktion in der Zirbeldrüse beginnt mit der Umwandlung von Tryptophan in 5-Hydroxytryptophan. Dieses wird dann in Serotonin umgewandelt. Serotonin ist die Vorläufersubstanz von Melatonin. 

Nur 1 % ist für die Melatoninproduktion verfügbar. Der größte Teil des im Körper vorhandenen Tryptophans (95 %) wird in Kynurenin umgewandelt. Ein Anstieg der entzündungsfördernden Zytokine und des Cortisols im Körper erhöht diese Kynurenin-Synthese, wodurch weniger Tryptophan für die Melatoninproduktion zur Verfügung steht.

Die Studie an Ratten

Die Ratten bekamen täglich eine Stunde vor ihrer Ruhezeit Wasser mit darin gelöstem Safranextrakt (Affron). Die Kontrollgruppe erhielt Wasser ohne Safran. Nach 7 Tagen wurde den Ratten Blut abgenommen, um unter anderem die Serumkonzentrationen von Tryptophan, Melatonin und Kynurenin zu bestimmen. Aus der Zirbeldrüse und der Leber aller Ratten wurde RNA (Ribonukleinsäure) isoliert, um den Grad der Expression von Enzymen zu messen, die an der Umwandlung von Tryptophan in Kynurenin beteiligt sind. Auch die Expression antioxidativer Enzyme wurde untersucht. 

Wirkung von Safran

Die Supplementierung mit Safranextrakt erhöhte die Serumkonzentration von Melatonin signifikant. Dabei sank die Serumkonzentration von Kynurenin signifikant, während sich die Serumkonzentration von Tryptophan nicht veränderte. Darüber hinaus wurden bei den mit Safran behandelten Ratten höhere Testosteronwerte und ein günstigeres Blutfettprofil (niedrigeres LDL- und höheres HDL-Cholesterin) festgestellt. Die Forscher beobachteten auch einen Rückgang der Expression von Enzymen, die für die Umwandlung von Tryptophan in Kynurenin erforderlich sind. Dies entspricht dem beobachteten Rückgang des Kynureninspiegels. Die Expression von antioxidativen Enzymen war dagegen erhöht. 

Diese Studie zeigt, dass eine Supplementierung mit Safran zu einer signifikanten Erhöhung der Melatoninproduktion bei Ratten führen kann. Diese Studie liefert den ersten genauen Einblick in den Wirkungsmechanismus von Safran. 

Referenz

De la Fuente Muñoz M et al. Effects of supplementation with the standardized extract of saffron (affron®) on the kynurenine pathway and melatonin synthesis in rats. Antioxidants. 2023;12:1619. https://www.mdpi.com/2076-3921/12/8/1619 

 



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